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Drama-Notizen von Alexander Lauber

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Die Architektur des Machtvakuums

Gestern die ersten 30 Minuten von The Batman (Reeves) gesehen. Meine Arbeitshypothese nach dem ersten Akt: Es geht um Leadership (Führung) in einer kollabierenden Stadt. Nach dem Attentat auf den Bürgermeister treibt Gotham führerlos dahin, das korrumpierte System hat jede moralische Autorität verloren.

Dramaturgisch faszinierend ist hierbei die thematische Überformung des Settings: Gotham ist kein bloßer Hintergrund, sondern ein physischer Zustand aus Dauerregen, Isolation und morsch gesaugtem Verfall. Bemerkenswert: Bruce Waynes Batcave ist kein High-Tech-Labor, sondern ein verlassener, unterirdischer Bahnhof. Die potenzielle neue Führung operiert im verdeckten Untergrund, während die alte Führungselite isoliert in ihren luxuriösen Penthäusern stirbt. So übersetzt man das Thema in die Geometrie des Raums.

Wer im Drehbuch das Setting austauschbar lässt und das Thema nur über Dialoge verhandelt, hat das visuelle Erzählen nicht verstanden.